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Die Geburt und Taufe von Martje Flohrs ist verzeichnet im Geburtsregister von 1689
Nach dem Tode ihrer nächsten Verwandten erbte Martje den elterlichen Hof in Katharinenheerd. Sie heiratete am 08.11.1715, mit 26 Jahren, den Lehnsmann Johann Flohrs aus dem Kirchspiel Kotzenbüll. Das Ehepaar zog bald nach der Heirat auf den Katharinenheerder Hof. Aus dieser Ehe stammten die Kinder Johann Hinrich *1716, Anna Maria *1719 und Peter *1724.
Martje Flohrs`Hof soll den vorhandenen Aufzeichnungen nach auf einer jetzt unbewohnten Warft östlich der Chaussee von Tetenbüll nach Katharinenheerd und südlich der Chaussee Tönning - Garding gelegen haben. Nach dem Landregister des Eiderstedter Westerteils aus dem Jahre 1709 hatte der Hof eine Größe von 81 Demat (40,5 ha). Martje hatte den elterlichen Hof bis zu ihrem Tode am 31.01.1747 bewohnt und bewirtschaftet.
Martje Flohrs`Grab hat sich wohl bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Katharinenheerder Kirchhof befunden. Eine handschriftliche Notiz des Welter Pastors Schröder vom 26.06.1944 besagt, dass eine Nachkommin Martje Flohrs`ihm mündlich meldete, einen Gedenkstein auf das Grab gesetzt und eine Inschrift verfasst zu haben. Warum und wann der Grabstein später entfernt wurde und das Grab nicht mehr existiert, weiß heute niemand mehr zu sagen.
In ihrem Heimatdorf erfreute sich Martje Flohrs großer Beliebtheit, denn in den alten Kirchenbüchern wurde sie oft als Patin bei Kindtaufen und als Trauzeugin bei Hochzeiten genannt. Weit über die Grenzen ihres Heimatdorfes bekannt wurde Martje Flohrs durch ihren Trinkspruch: “Et gah uns wohl op unse olen Dage”.
Der Gardinger Ober- und Landgerichtsadvokat P.W. Cornils berichtete 1841 über die Entstehung dieses noch heute volkstümlichen Trinkspruches:
“Eine freundschaftliche und zugleich beglaubigte Mitteilung setzt mich in den Stand,...etwas Näheres anzugeben. Während der Belagerung Tönnings im Jahre 1700 nämlich hatte eine Gesellschaft von feindlichen Offizieren auf einem Hofe in Katharinenheerd (er ist erst seit einigen Jahren verschwunden) Wohnung genommen und verfuhr nach Feindes Art nicht eben säuberlich, so dass ihnen bei Tische eher der Gedanke als der Wein ausging. Die Tochter im Hause, Martje, damals 10 Jahre alt..., sah dem Treiben der Fremden und der Trübsal ihrer Eltern mit Unwillen und Bedauern zu, als sie von den übermütigen Gästen aufgefordert wurde, auch eine “Gesundheit” auszubringen. Dies tat sie auf eine Weise, welche ihr Andenken bis jetzt erhalten hat. Unter “Martje Flohrs`Gesundheit” nämlich, ohne welche in Eiderstedt beim sinnig frohen male Gast und Wirt sich selten trennen, wird der von ihr damals ausgebrachte Trinkspruch “Et gah uns wohl op unse olen Dage” verstanden.
Diesen Bericht von P.W. Cornils nahm Karl Müllenhoff 1845 in seine Sagensammlung auf. Als 1927 die Landschaft Eiderstedt ihr erstes großes Heimatfest feierte, beteiligte sich die Gemeinde Katharinenheerd am Festumzug mit einem reich geschmückten Wagen, der die Martje-Flohrs-Szene nachstellte.
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